Was ist die Hummelei

In den vergangenen 35 Jahren habe ich viele Ideen, neue Angebote und Produkte, meist mit gutem Erfolg, umsetzen können. Meine in den vielen Jahren gewonnene Erfahrung half mir dabei einzuschätzen, welche Tätigkeiten sind für Menschen mit den unterschiedlichen Beeinträchtigungen geeignet, bzw. wie können sie so gestaltet werden, dass sie geeignet werden. Stets war es mein Anliegen, alle Beteiligten in die Entwicklung der Produkte oder Gestaltung der Arbeitsplätze einzubeziehen. Im Digitaldruckzentrum „Alte Wäscherei“ des BWMK, das ich aufgebaut und viele Jahre geleitet habe, arbeiten die Mitarbeiter mit Beeinträchtigung in selbststeuernden Teams, d.h. sie üben ihre täglichen Tätigkeiten in der Regel ohne Eingreifen der Fachkräfte aus. Erst wenn es Abweichungen oder Schwierigkeiten gibt, werden die Fachkräfte hinzugezogen. Diese Arbeitsweise hat sowohl für die Beschäftigten als auch die Fachkräfte ganz neue Möglichkeiten eröffnet. Sie bietet Qualifizierungsmöglichkeiten, die in anderen Angebote so nicht entstehen.
Diese Erfahrungen möchte ich weitergeben und biete Teams in der Behindertenhilfe Unterstützung an, wenn sie neue Wege gehen möchten, oder Ideen für neue Produkte suchen.

Meine letzten Projekte:

2017:    Die Beschäftigten der Reha-Werkstatt Gelnhausen sind nun alle „Mittendrin“
Konzipierung und Aufbau des Ladengeschäfts „Mittendrin- die gläserne Manufaktur in Gelnhausen“. In zentraler Lage entsteht ein Ladengeschäft, das sich von den typischen Werkstatt-Läden sehr stark unterscheidet. Es werden gemeinsam mit der Stadt Gelnhausen ganz besondere Souvenirs entwickelt, die vor Ort von den Beschäftigten der Reha-Werkstatt Gelnhausen hergestellt werden. Die Kunden können bei der Herstellung zuschauen und kommen so in Kontakt mit den Beschäftigten.
7 Beschäftigte der Reha-Werkstatt Gelnhausen, die bisher in der Werkstatt Aufträge für die Verwaltung des BWMK erledigt haben, werden in die Abteilungen der Verwaltung in Form von betriebsintegrierter Beschäftigung integriert und erledigen dort Aufträge für die Personalabteilung, Vertrieb und Empfang. In einem einjährigen Prozess wurde dies vorbereitet und ist bis heute erfolgreich.
2018:    Grüner wird’s nicht       
Aufbau der Pimpernelle, eine Außenarbeitsgruppe im Inklusionsbetrieb, die Kräuter und Gemüse in Hochbeeten anbaut. Der Bereich wurde 2019 um den Anbau von heimischen Wildstauden erweitert, mit eigener Samengewinnung. Ein Arbeitsbereich, mit großer Beliebtheit bei Beschäftigten und Kunden, die frisches Gemüse und Kräuter direkt vom Beet kaufen können.
2019:    Wir setzen auf Nachhaltigkeit
Anfang des Jahres entwickele ich die Hummeltüten und schaffe damit ein Arbeitsangebot für die Tagesstätte für Menschen mit psychischen Erkrankungen in Bad Soden Salmünster. Die Bienenwachstüten werden zum Verkaufsschlager in den Unverpackt-Läden des BWMK.
Erweiterung des Ladengeschäfts „Mittendrin“ um den ersten inklusiven Unverpackt-Laden. Durch ein besonderes Konzept des Ablaufs ist es den Beschäftigten mit Behinderung möglich die wachsende Kundschaft gut zu bedienen. Der Ablauf ist sehr personalintensiv und erfordert viel Qualifizierung, also ein optimales Feld für qualifizierte Arbeitsplätze im Rahmen einer WfbM.
Nach Renteneintritt starte ich eine Initiative zur Einführung eines Pfandsystems für Coffee-to-go-Becher im Main-Kinzig-Kreis. Es war nicht schwierig die Umweltdezernentin des Kreises, Susanne Simmler von der Idee zu überzeugen. Es wird ein kommunales Pfandsystem eingeführt, mit plastikfreien Bechern aus der Region, die in einer Werkstatt des BWMK veredelt werden. Die gesamte Logistik und Umsetzung des Systems wird von dieser Werkstatt gesteuert. Eigentlich sollte im Mai gestartet werden, was sich durch die Corona-Krise verzögert, aber es kommt auf jeden Fall und schafft damit wieder ganz neue Beschäftigungsmöglichkeiten für eine Werkstatt. Nähere Infos: www.mkk2go.de.

2020:    In der Krise geht es weiter
Ende März erreichte mich eine Anfrage, ob ich eine Werkstatt wisse, die für die Müllwerker der Frankfurter Entsorgungsgesellschaft Gesichtsmasken herstellen könnte. Da alle Werkstätten durch das Betretungsverbot keine Aufträge annehmen konnten, starteten wir eine Initiative um ehrenamtliche für diesen Auftrag zu finden. Nach 2 Wochen waren 240 Freiwillige gefunden und über 4000 Masken fertig. Hier ein Einblick, was wir auf die Beine gestellt haben. https://cup2gether.com/mundschutz/